Vögel füttern - aber wie?
Vogelfütterung im Garten – meine Erfahrungen
In meinem Garten herrscht eine erstaunlich große Vogelvielfalt. Als ich vor einigen Jahren begann, die Vögel um mich herum zu malen, wusste ich oft selbst noch gar nicht genau, wer mich da eigentlich alles besucht. Aus dieser Neugier heraus sind meine Vogelposter entstanden – durch das Malen habe ich die einzelnen Arten nach und nach immer besser kennengelernt.
Inzwischen könnte ich problemlos ein drittes oder sogar viertes Vogelposter entwerfen, so groß ist die Vielfalt in meinem Garten geworden. Das liegt zum einen an einem naturnahen, wilden – aber dennoch gepflegten – Garten, vor allem aber auch an der ganzjährigen Vogelfütterung.
Gerade im Winter ist ein verlässliches Futterangebot für viele Vögel eine große Hilfe. Ebenso wichtig ist frisches Wasser, das möglichst das ganze Jahr über angeboten werden sollte – zum Trinken und zum Baden.
Wer Vögel füttert, ihnen Wasser bereitstellt und ihnen ein Stück naturnahen Lebensraum schenkt, wird reich belohnt: mit vielen Begegnungen, Beobachtungsmomenten und ganz besonderen gefiederten Freunden.
Im Folgenden teile ich meine wichtigsten Tipps zur Vogelfütterung und zeige, welches Futter von welchen Vögeln besonders gern angenommen wird.
Welche Vögel fressen welches Futter?
Vögel haben sehr unterschiedliche Schnabelformen – und daran lässt sich oft gut erkennen, welches Futter sie bevorzugen. Körnerfresser besitzen meist kurze, kräftige Schnäbel zum Knacken von Samen, während Weichfutterfresser feinere Schnäbel haben und lieber Fettfutter, Haferflocken oder Nüsse aufnehmen.
🌾 Geölte Haferflocken
Geölte oder zarte Haferflocken sind leicht verdaulich und werden von vielen Vögeln gerne gefressen, besonders von solchen mit eher feinem Schnabel.
Typische Gäste:
- Rotkehlchen
- Amsel
- Zaunkönig
- Heckenbraunelle
- Star
🌻 Sonnenblumenkerne (ungeschält)
Der Klassiker unter dem Vogelfutter. Ungeschälte Sonnenblumenkerne sind ideal für Vögel mit kräftigem Schnabel, die gern knacken.
Typische Gäste:
- Kohlmeise
- Blaumeise
- Grünfink
- Buchfink
- Kernbeißer
- Kleiber
Am besten in Futtersäulen oder stabilen Futterhäusern anbieten.
🌻 Sonnenblumenkerne (geschält)
Geschälte Kerne sind besonders beliebt, da sie sofort gefressen werden können – ohne Kraftaufwand und ohne Schalenreste.
Typische Gäste:
- fast alle Körnerfresser
- auch Weichfutterfresser wie Amseln oder Rotkehlchen
Ideal für Balkone oder saubere Futterstellen.
🌽 Weizen & andere Getreidekörner
Getreide wird vor allem von größeren, bodenlebenden Vögeln angenommen.
Typische Gäste:
- Stadttauben
- Ringeltauben
- Türkentauben
- Fasane (in ländlichen Gegenden)
Am besten auf dem Boden oder in ruhigen Ecken auslegen.
Ein wichtiger Hinweis für mehr Akzeptanz von Tauben im Stadtbild ❤️
🥜 Nüsse & Nussbruch
Ungesalzene Nüsse sind sehr energiereich, besonders wichtig im Winter.
Ganze Nüsse (z. B. Haselnüsse, Walnüsse):
- Eichelhäher
- Rabenkrähen
- Elstern
Erdnussbruch:
- Meisen
- Kleiber
- Spechte
- Sperlinge
Immer ungesalzen und ungewürzt anbieten.
🧈 Fettfutter (Meisenknödel, Fettmischungen)
Fettfutter liefert schnell verfügbare Energie – lebenswichtig bei Kälte.
Typische Gäste:
- Meisen aller Art
- Spechte
- Kleiber
- Spatzen
- manchmal auch Amseln
Am besten ohne Netze oder in sicheren Haltern anbieten.
🌾 Weitere bewährte Saaten & Körner
Eine gute Mischung sorgt für Vielfalt an der Futterstelle:
- Hirse → Sperlinge, Ammern
- Hanfsaat → Finken, Zeisige
- geschroteter Mais → Tauben, Krähen
- Leinsamen → kleine Körnerfresser
💡 Tipp zum Beobachten
Wer genau hinschaut, kann viel lernen:
👉 Kräftiger Schnabel = harte Körner
👉 Feiner Schnabel = weiches Futter oder Fett
So wird Vogelfütterung nicht nur Hilfe, sondern auch Naturbeobachtung.